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STADT SCHULDET TAGESELTERN 2,5 MILLIONEN EURO!

Dresden – Die Dresdner Tageseltern haben höchstwahrscheinlich in den letzten Jahren deutlich zu wenig Geld von der Stadt bekommen. Der Landeshauptstadt droht jetzt eine Nachzahlung in Millionenhöhe.

Konkret geklagt hat ein Tagesvater aus Dresden-Plauen. Gestritten wird über die Zahlungen im Zeitraum zwischen März 2013 und Ende 2015. Die Klage ist nur die Spitze des Eisberges, weitere 74 Tageseltern sind in Widerspruch gegangen. 1000 Einsprüche türmen sich.

Am Verwaltungsgericht sollte der Fall des Plauener Tagesvaters gestern beispielhaft für die anderen verhandelt werden. Die Tageseltern wollen nach den gleichen Grundsätzen bezahlt werden, wie die in den Krippen angestellten Erzieher. Ein Urteil des Leipziger Verwaltungsgerichtes gibt ihnen dabei Recht.

Auch die Vorsitzende Richterin am Dresdner Verwaltungsgericht, Claudia Kucklick, ließ keine Zweifel offen, dass die Stadt auf eine krachende Niederlage zusteuert. „Sie wissen, was in dem Urteil stehen wird, es gab in der Vergangenheit zu wenig Geld.“

Vor diesem Hintergrund bot der Kita-Eigenbetrieb pauschal allen in Widerspruch gegangenen Tageseltern 50 Euro pro Kind und Monat Nachschlag an. Bei 5 Kindern in Betreuung (jeweils 9 Stunden pro Tag) wären das 8250 Euro gewesen. Laut Rechtsanwalt Martin Sträßer stehen Tageseltern jedoch „mindestens 200 Euro pro Kind und Monat mehr zu.“

Diese 33.000 Euro pro Tagespflegeperson würde die Stadt bei 75 Tageseltern, die in Widerspruch gegangen sind, fast 2,5 Millionen extra kosten.

Das lehnte die Verwaltung kategorisch ab – muss jetzt aber mit einer Vielzahl weiterer Klagen rechnen, da nun alle Tageseltern ihr Recht einzeln einklagen müssen.

Noch am Mittwochnachmittag fiel das Urteil: Die Bescheide der Stadt wurden aufgehoben, die kompletten Verfahrenskosten trägt das Rathaus. Das Gericht hat die Stadt zudem verpflichtet, „über die laufende Geldleistung unter Beachtung der Rechtsauffassung des Gerichts neu zu entscheiden.“

Die Stadt Dresden zahlt den etwa 380 Tageseltern momentan bei 9 Stunden Betreuung 560 Euro pro Kind. Davon müssen sämtliche Betriebskosten (auch die Miete) bezahlt werden.

Von Dirk Hein

Quelle: MOPO24

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